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Stucköfen in Bundschuh
Bereits
zur Römerzeit wurde im Nockgebiet hochwertiges Brauneisenerz
abgebaut. Die Region um die heutige Dr. Joseph Mehrl-Hütte
ist stark von Erzadern durchzogen. Um 1530 hat der erste Gewerke
Erz mit ganz primitiven Mitteln gefördert und verhüttet.
Mit Feuer und Schlegel wurden Löcher aus dem Berg herausgearbeitet.
Durch Feuerlegung entstanden etwa 600 Meter über der Talsohle
die ersten Gänge. Im Winter wurde das Erz in Schweinesäcke
gefüllt und wie Holztransporte zu Tale gefahren. Mit Ochsenfuhrwerken
wurden die Säcke anschließend aus dem Gebiet der Dr.
Joseph Mehrl-Hütte zu den ersten Hochöfen gebracht, die
wesentlich weiter südlich lagen als der heute noch Erhaltene.
Erdkegel zeugen bis zum heutigen Tag noch von den einzigen in Österreich
erhaltenen Stucköfen, wie diese Schmelzanlagen genannt
wurden.
Die erste im Bundschuhtal nicht mehr nachweisbare
Art der Erzgewinnung waren die Schmelzgruben. In etwa 1,70 Meter
tiefen Gruben wurde Feuer entfacht, auf das man Eisenerz legte.
Nach einem 24-stündigen Reduktionsprozeß erhielt man
einen Eisenfladen von ca. sieben bis acht Kilogramm Gewicht. Dieser
Fladen war bereits schmiedbar und man erzeugte vor allem landwirtschaftliche
Geräte.
Nachdem die Ausbeute bei diesem Verfahren relativ gering war, wurde
ein Ofen mit natürlicher Beschickung von Luft erzeugt. Dieser
1,5 Meter hohe Windofen stand am Hang, und es wurde der natürliche
Aufwind ausgenützt. Später baute man diese Windöfen
in Bachnähe, so daß die Wasserkraft einen dazupassenden
Blasebalg betreiben konnte. Der gewonnene Eisenfladen wurde Flossen
genannt. Durch dieses Stück Eisen bekam der Ofen den
Namen Stuckofen. Diese Öfen werden nun in Bundschuh
vermutet. Wie aus alten, noch erhaltenen Rechnungen hervorgeht,
produzierte man auf diese Weise Eisen bis zu Zeiten Maria Theresias.
Ihre Generäle, wie zum Beispiel Prinz Eugen, hatten in Bundschuh
Munition bestellt, die er dann im Kampf gegen die Türken verwendete.
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